Volkssolidarität


Brandenburg

Zutritt nicht für alle

Schwedt: Mehrgenerationenhaus wird weiter gefördert

Schwedt. Das Mehrgenerationenhaus im Lindenquartier wird weiter von der Stadt gefördert. Die Stadtverordneten haben sich zur inhaltlichen Arbeit des Hauses bekannt und eine Förderung von 10.000 Euro bewilligt. Dagegen hatte sich die AfD im Stadtparlament stark gemacht. Fraktionschef Norbert Rescher warf den Träger vor, die parteipolitische Neutralität zu verletzen und die AfD zu diskriminieren. Angeblich würde der Träger die AfD ausschließen. Wer so etwas tue, so Rescher, dürfe nicht mit Steuergeldern finanziert werden. Die AFD bezieht sich dabei auf einen Beschluss des Bundesverbandes der Volksolidarität von 2019, ihre Räumlichkeiten nicht für Veranstaltungen mit rechtsextremen oder  rechtspopulistischen Inhalten zur Verfügung zu stellen. Träger des Mehrgenerationenhauses in Schwedt ist die Volkssolidarität, Verbandsbereich Oberhavel-Uckermark.

Foto: Bundesministerin Franziska Giffey (r.) 2019 im MFH Schwedt

Die Volkssolidarität betreibt das Haus als offizielle Begegnungsstätte für Jung und Alt. Einen grundsätzlichen Ausschluss der AfD bestreitet sie. Stadtverordnete der Linken, von SPD und Grünen wiesen die Kritik der AfD scharf zurück und verteidigten die Arbeit der Volkssolidarität und deren erklärte Integration von Menschen mit Integrations- und Fluchtgeschichten. Die AfD störe wohl mehr, dass im Mehrgenerationenhaus Besucher unterschiedlicher Couleur Angebote finden, sagte Elisabeth Becker. Der Beschluss zur Förderung fiel mehrheitlich - mit drei Gegenstimmen der AfD.

Das MehrGenerationenHaus der Volkssolidarität in Schwedt erlebte vor knapp zwei Jahren eine besondere Art der Aufmerksamkeit. Begrüßt werden konnte die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD), die den Preis „DemografieGestalter 2019“  dem Sieger MGH Schwedt  überreichte. Der Wettbewerb richtet sich ausschließlich an Mehrgenerationenhäuser, die im Rahmen des gleichnamigen Bundesprogramms gefördert werden. Das Haus in Schwedt hatte von der Bundesministerin als Preis einen Scheck in Höhe von 2.000 Euro erhalten.

In der Pandemie hat sich die Volkssolidarität in der Stadt in der zentralen Stelle der Stadtverwaltung– Bürgertelefon – registrieren lassen, um Ansprechpartner für Hilfesuchende und Hilfespender zu sein. Marianne Bischoff: "In unseren Mitgliedergruppen vor allem im ländlichen Bereich war die Nachbarschaftshilfe selbstverständlich - auch zugunsten von Nichtmitgliedern. Alle von uns angefragten Mitgliedergruppen bestätigten, dass es keine großen Probleme gab. Auffallend war, dass die Kinder und Enkel wieder viel präsenter waren, dass das sich „kümmern“ eine andere Dimension angenommen hat. Unsere MehrGenerationenHäuser versuchten, mit kleinen Aktionen Anregungen zu geben, um den Kindern und Familien neben Schularbeiten und Alltagsstress in der Pandemie Abwechslung anzubieten - ohne unmittelbaren persönlichen Kontakt. Das MGH Schwedt/Oder hat die Tür nach draußen geöffnet. Vorbeigehende konnten Bücher tauschen, sich Bastelmaterial mitnehmen mit Anregungen für die Gestaltung des Hauses. Sie waren aufgerufen, Steine zu bemalen und sie vor das MGH zu legen. Alle Aktionen hatten ein Ziel: schöne Lichtblicke zu schaffen, Familien rauszulocken und sie zu veranlassen, einen „Aktions–Spaziergang“ - sozusagen - zu unternehmen. Die Steinkette wuchs. Die Bücheraktion und das Steine-bemalen kamen sehr gut an."

MOZ/Volkssolidarität