Volkssolidarität


Sachsen

VS ist im Corona-Kita-Rat mit vertreten

VS-Referentin bringt sich in Beratungen mit Bundesfamilienministerin ein

Der Bundesverband der Volkssolidarität sitzt in Fragen rund um Kitas und Corona regelmäßig mit der Bundesfamilienministerin am digitalen Tisch. Als VS-Referentin für Kinder-, Jugend- und Familienpolitik hat es Dr. Sophie Koch in den Corona-Kita-Rat des Ministeriums geschafft. Dieser tagt mindestens einmal im Monat. In den Online-Konferenzen mit Ministerin Dr. Franziska Giffey liefern alle Beteiligten Praxisberichte und diskutieren über Wirksamkeit und Umsetzbarkeit aktueller wie künftiger Maßnahmen.

 

Sophie Koch bündelt Erfahrungen, die ihr aus Stadt-, Kreis- und Regionalverbänden der Volkssolidarität zugearbeitet werden. Ihre Aufgabe sieht sie darin, speziell die ostdeutsche Perspektive einzubringen.

 

Diese ostdeutsche Perspektive ist durch drei Hauptaspekte gekennzeichnet:

  • 1. Die Kindertagesbetreuung spielt im Osten eine deutlich größere Rolle als im Westen: Die Betreuung der bis zu Zweijährigen wird im Osten von mehr als 50% der Familien genutzt, im Westen nur von rund 30%. Noch größer ist der Unterschied bei der Hortnutzung: Im Westen nehmen unter 10% der Familien das Betreuungsangebot für Erst- bis Viertklässler in Anspruch, im Osten sind es rund 80% der Familien. Denn der Anteil der Mütter in Vollzeit oder großer Teilzeit (voll sozialversicherungspflichtige Teilzeitbeschäftigungsmodelle mit 50 bis 90 Prozent der Regelarbeitszeit) beträgt im Osten 59%, im Westen nur 28%.

  • 2. Es gibt einen hohen Anteil an älteren Fachkräften und damit einen hohen Anteil an Fachkräften, die der Covid-19-Risikogruppe angehören: Im Osten sind 36% der Erzieherinnen und Erzieher älter als 60 Jahre, im Westen sind es deutlich weniger. Zugleich ist der Personalschlüssel im Osten erheblich schlechter als im Westen.

  • 3. Die praktische Arbeit in den Einrichtungen wird erschwert durch unterschiedliche Regelungen für Kita und Hort, etwa bei der Gruppentrennung und Testung. Der Grund liegt in der strukturellen Zuordnung des Horts zur Schule. Doch Kitas und Horte befinden sich im Osten oft im selben Gebäude, so dass es zu Diskrepanzen bei der Umsetzung der Corona-Regelungen kommt.

 

VS war im Corona-Kita-Rat nicht als Mitglied vorgesehen

 

Diese ostdeutsche Perspektive kann nach Überzeugung von Sophie Koch als einziger Verband die Volkssolidarität einbringen. Doch bei der Gründung des Corona-Kita-Rats im Sommer 2020 war die VS nicht als Mitglied vorgesehen. Vertreten waren Akteure der Wohlfahrtsspitzenverbände, der Gewerkschaften, der Länder und Kommunen. Deshalb wandte sich der VS-Bundesverband mit einem Brief an das Bundesfamilienministerium und bat darum, die ostdeutsche Perspektive stärker in das Gremium einzubeziehen.


Seit Dezember gehört die VS dem Corona-Kita-Rat an

 

Die Argumentation in dem Schreiben weckte das Interesse des Ministeriums, das Kontakt aufnahm zum Bundesverband der Volkssolidarität. Am 5. Dezember war die VS-Referentin erstmals in der digitalen Runde dabei. Inzwischen hat sich der Corona-KiTa-Rat bereits zu elf Sitzungen zusammengefunden. Diese dauern meist 1,5 Stunden.

 

Impfpriorisierung der Erzieher gilt als direkter Erfolg des Corona-Kita-Rats

 

Und wie steht es um die bisherige Erfolgsbilanz? Sophie Koch zufolge verwies das Gremium in den Beratungen schon früh auf die Wichtigkeit eines schnellstmöglichen Impfangebots an Erzieherinnen und Erzieher. Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey setzte sich in der Folge stets für eine Impfpriorisierung der Kita-Fachkräfte ein. Dass diese durchgesetzt wurde, gilt als direkter Erfolg des Corona-Kita-Rates.